Schwarmfinanzierung für Immobilieninvestments

Was im Ausland bereits eine gewisse Popularität genießt, wird langsam aber sicher auch in Deutschland bekannt: Crowdfunding oder Crowdinvesting in der Immobilienbranche. Darunter versteht man entweder das Investieren in einzelne Immobilien oder ganze Immobilienprojekte. In der Regel steht dabei die Gewinnerzielungsabsicht im Vordergrund.

Kritiker werfen den Betreibern von Plattformen für die Schwarmfinanzierung für Immobilien und Immobilienprojekte vor, dass es sich lediglich um Investments mit Gewinnerzielungsabsicht handelt und nichts bleibendes, wie z.B. ein Unternehmen, die Entwicklung einer Innovation oder eine gemeinnützige Sache, gefördert wird. Konkret wird unterstellt, dass es sich lediglich um Immobilienspekulationen handelt. Das ist natürlich weitgehend richtig, aber prinzipiell ist das kein Grund zur Kritik. Immerhin geht es bei den meisten anderen Crowdfunding-Projekten aus Sicht vieler Investoren auch mehr um das, was für sie dabei herausspringt als um die „Sache“ an sich.

Positiv betrachtet muss man im Gegenzug aber anführen, dass Investoren auf diese Weise bereits mit kleinen Beträgen am Immobilienmarkt investieren können.

So können Anleger bereits ab Beträgen von 100 € über die Quirito UG (haftungsbeschränkt), die das Portal Raumrenditebetreibt,in Immobilien investieren. Als Anlageform wird das partiarische Darlehen angeboten. Im Zweifelsfall droht also ein Totalverlust des Einsatzes. Ebenfalls mittels partiarischer Darlehen kann man über das Portal Kapitalfreunde der Kapitalfreunde GmbH in Immobilienprojekte investieren. In diesem Fall muss man mindestens 250 € anlegen. Eine andere Form der Beteiligung bietet die Plattform Bergfürst der Bergfürst AG an. Hier kann der Anleger ab 250 € Genussscheine erwerben, die über die Plattform auch handelbar sind. Auch hier droht dem Anleger im Zweifel der Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Alle drei Plattformen bieten den Investoren eine akzeptable Möglichkeit mit kleinen Beträgen in Immobilien zu investieren. In jedem Fall sollte der Anleger versuchen, möglichst viele Informationen über die Immobilien oder Immobilienprojekte zu erhalten und sich nicht ausschließlich auf die Angaben der Anbieter verlassen. Immobilien stellen eine solide Form der Kapitalanlage dar, allerdings sind nachrangige Beteiligungsformen aus Anlegersicht immer kritisch zu sehen. Eine genaue Prüfung der Verträge ist daher unbedingt nötig. Wer größere Beträge (also mehr als 20.000 €) investieren möchte, sollte unserer Meinung nach von Kapitalanlagen mittels partiarischer Darlehen oder Investitionen in Genussscheine absehen.

Alternativ können Anteile geschlossener Fonds (in der Regel als Gesellschafter einer KG) erworben werden. Anleger könnten sich alternativ auch einfach gemeinsam eine Immobilie kaufen. Das bietet im Zweifel immerhin die Sicherheit der Immobilie, die einem dann auch tatsächlich, wenn auch nur anteilsweise, gehört.

Die genannten drei Plattformen stellen aktuell sozusagen die Vorhut einer bestimmten Anlageklasse dar, die sich dem Prinzip Schwarmfinanzierung als Vertriebskanal bedienen. Sicherlich werden weitere Portale mit weiteren Modellen folgen.

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